Erzählungen und Bilder in Acrylfarben

🕯️ Die Judas Chroniken

Buch Cover Die Judas Chroniken

Ich war der Dreizehnte.

„Der, der küsste.

Der, der floh.
Der, der fiel – und nie aufhörte zu fallen.“

Seit Jahrhunderten durchschreite ich die Schatten eurer Geschichte.
Ich habe gebrannt in den Feuern der Inquisition.
Ich habe die Kreuze getragen, die ihr errichtet habt –
aus Blut, aus Angst, aus Unwissenheit.

Ich war Mörder.
Heiler.
Prophet.
Tier.

Doch nun, da eure Welt erneut am Rand des Abgrunds steht,
ist es Zeit, dass ihr meine Geschichte hört.

Nicht die, die man euch predigte.
Sondern die, die ich trage.
In meiner Haut.
In meinen Nächten.

Denn ich war nie euer Feind.

Ich war euer Anfang.

Und vielleicht –
euer letzter Zeuge.

— Judas

Kapitel 1

Das Antiquariat

Es regnete, als die Glocke über der Tür zum ersten Mal an diesem Tag erklang.

Nicht laut.
Nicht fordernd.
Nur ein müdes Klingen –
als hätte selbst das Metall vergessen, wozu es geschaffen wurde.

London war an solchen Tagen kaum mehr als ein Gedanke.
Ein Flüstern aus Stein, Nebel und Atem.

Jud Low stand hinter dem Tresen.

Er war groß.
Schlank.
In einen dunklen Mantel gehüllt, der älter wirkte als jede Mode.

Sein Gesicht trug keine Spuren von Eile.
Keine von Müdigkeit.
Keine von dem, was man Alter nannte.

Doch seine Augen …

Sie wirkten, als hätten sie Dinge gesehen,
die man nicht vergessen kann.

Ein Laden voller Vergangenheit

Das Antiquariat war schmal, aber tief.
Regale bis zur Decke.

Leder. Pergament. Leinen.

Manche Titel kaum noch lesbar.
Andere schwiegen absichtlich.

Zwischen den Büchern lagen Objekte:

  • ein zerbrochener Rosenkranz

  • ein silberner Kelch

  • eine geschnitzte Figur mit zu feinen Zügen

Und der Geruch …

Staub.
Wachs.
Und etwas Metallisches.

Etwas Altes.

Etwas, das nicht zum Raum gehörte –
sondern zu ihm.

Die Frau im Regen

„Man sagte mir, Sie hätten Bücher, die man sonst nicht findet.“

Jud neigte leicht den Kopf.
„Man sagt viel.“

Ihr Blick fiel auf ein schmales, dunkles Buch im oberen Regal.
Kein Titel.
Kein Schmuck.

Und doch schien es den Raum um sich herum zu verdichten.

Jud folgte ihrem Blick.

Für einen kaum wahrnehmbaren Moment spannte sich etwas in ihm an.

Das Buch war heute Morgen noch ruhig gewesen.

Jetzt nicht mehr.

Etwas erwacht.

Ein Mann wird tot in Limehouse gefunden.
Kein Kampf. Keine Verletzungen.

Nur ein Zeichen.
Sorgfältig eingeritzt.

Ein Symbol, das älter ist als London.

Und Jud erkennt es.

Nicht aus einem Buch.

Sondern aus Erinnerung.

Für Leser, die mögen:

✓ Mystik & historische Tiefe
✓ Thriller mit metaphysischer Dimension
✓ Moralische Grauzonen
✓ London im Nebel
✓ Figuren zwischen Schuld und Erlösung

„Manche Bedeutungen sind älter als die Menschen, die sie benutzen.“

Als Inspector Jones ihn bittet, den Tatort zu begutachten,
beginnt etwas, das Jud seit Jahrhunderten vermieden hat:

Er muss wieder Teil der Geschichte werden.

Und diesmal ist er nicht nur Zeuge.

✦ Die Judas Chroniken ✦

Ein Roman über:

  • Verrat

  • Erinnerung

  • Fluch

  • Verantwortung

  • und die Frage, ob Erlösung möglich ist